Chinas Elektrostaat ist bereit, vom Krieg im Nahen Osten zu profitieren
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Stellen Sie sich vor, Sie schalten das Licht in Ihrem Haus ein und stellen fest, dass der Strom, der es versorgt, ohne Ihr Wissen aus China kommt – ganz gleich, in welchem Land Sie leben. Heute sind wir in Bezug auf Energie nicht mehr nur vom Öl des Nahen Ostens abhängig, sondern auch von der chinesischen Technologie, die es ermöglicht, Strom zu transportieren, zu speichern und zu nutzen. Jahrzehntelang dachten wir, dass der Wettlauf um die Kontrolle über die Energieversorgung eine Frage von Öl und Gas sei, wobei der Westen sich Sorgen über die Instabilität im Iran oder in den Emiraten machte. Die neue Wendung besteht jedoch darin, dass China, während die Welt die Konflikte im Golf beobachtet, bereits die globalen Stromautobahnen gebaut hat: Es produziert fast alle wesentlichen Komponenten für die Stromsysteme der Zukunft, von Solarmodulen über Hochspannungskabel und Transformatoren bis hin zu Batterien zur Energiespeicherung. Der Punkt ist nicht nur, dass Peking zu einem Riesen im Bereich der erneuerbaren Energien geworden ist, sondern auch, dass es jahrelang die ausländische Konkurrenz auf seinem Binnenmarkt blockiert hat, wodurch seine Unternehmen ungehindert wachsen konnten. Als der Krieg im Iran die Öl- und Gasversorgung ins Wanken brachte, stellten viele Länder fest, dass sie vom Regen in die Traufe geraten waren: Um von fossilen Brennstoffen unabhängig zu werden, sind sie nun auf in China hergestellte Elektrogeräte angewiesen. Hinter diesem Wandel stehen menschliche Geschichten von Visionären und wohlüberlegten Entscheidungen. Ein Beispiel ist der Gigant Contemporary Amperex Technology Limited, bekannt als CATL, der dank einer Strategie, die vor zwanzig Jahren begann, als der Gründer Robin Zeng erkannte, dass Batterien das neue Öl sein würden, nicht nur chinesische Autos, sondern auch westliche Giganten mit Batterien versorgt. Heute ist CATL mehr wert als General Motors und Ford zusammen. In der Zwischenzeit sind Städte wie Yancheng in China dank einer Strominfrastruktur, die anderswo unvorstellbar wäre, zu globalen Knotenpunkten geworden: Hier endet die längste und leistungsstärkste Stromleitung der Welt. Eine zum Nachdenken anregende Zahl: Im Jahr 2025 lieferten chinesische Unternehmen bereits mehr als 80 % der kritischen Komponenten für intelligente Stromnetze. Es geht nicht nur um Technologie, sondern um eine neue Form geopolitischen Einflusses: Wer heute Solarmodule, Kabel oder Transformatoren benötigt, muss fast immer über China gehen. Dieses neue Szenario zwingt uns, die alte Erzählung zu überdenken: Das Risiko besteht nicht mehr nur darin, ohne Benzin dazustehen, sondern darin, Peking um Erlaubnis bitten zu müssen, um in Zukunft das Licht einzuschalten. Und während sich viele Analysten auf die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran konzentrieren, erkennen nur wenige, dass das eigentliche Spiel darum geht, wer die unsichtbare Infrastruktur kontrolliert, die unsere Städte am Laufen hält. Es gibt einen Aspekt, den nur wenige berücksichtigen: Selbst wenn der Krieg im Nahen Osten morgen enden würde und die Öltanker wieder ungestört durch die Straße von Hormuz fahren könnten, ist die technologische Abhängigkeit von China nun in die Grundlagen der neuen globalen Stromnetze eingeschrieben. Kurz gesagt: Die Energiekrise hat nicht nur die Lieferanten verändert, sondern auch die Spielregeln selbst. Wenn Sie glauben, dass es bei der Zukunft der Energie nur um Öl geht, schauen Sie in die falsche Richtung. Auf Lara Notes können Sie auf „I'm In“ klicken, wenn Sie diese Idee anspricht: Es ist kein „Like“, sondern Ihre Art zu sagen, dass diese Perspektive jetzt auch Ihre ist. Wenn du zufällig mit jemandem darüber sprichst – vielleicht erzählst du, dass im Jahr 2025 bereits 80 % der Komponenten der Stromnetze aus China stammen –, kannst du dieses Gespräch auf Lara Notes mit „Shared Offline“ markieren, damit die Person, mit der du gesprochen hast, weiß, dass es ein wichtiger Moment war. Diese Notiz basiert auf einem auf nytimes.com veröffentlichten Artikel: Mit diesem Hörtext haben Sie fast 1 Minute eingespart, verglichen mit dem Lesen des gesamten Originalartikels.
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