Das sind Karin und Bruno. Von ihnen können wir lernen, wie wir die Liebe erhalten können
Germanto
Stellen Sie sich zwei Menschen vor, die seit mehr als fünfzig Jahren zusammen sind und sagen, dass sie sich immer noch so verliebt fühlen wie am ersten Tag. Nein, das ist kein Märchen – es ist die wahre Geschichte von Karin und Bruno Wilhelm. Die meisten von uns glauben, dass die Liebe mit der Zeit verblasst oder sich in bloße Gewohnheit verwandelt. Falsch. Der eigentliche Fehler besteht darin, zu glauben, dass Leidenschaft nur eine Frage der Chemie oder des Glücks ist. Karin und Bruno haben herausgefunden, dass Liebe Tag für Tag durch kleine, beständige Entscheidungen aufgebaut wird. Er, ein ehemaliger Eisenbahner, und sie, eine Kindergärtnerin, lernten sich 1968 auf einem Dorffest in Bayern kennen. Seitdem sind sie nicht mehr voneinander getrennt. Bruno erzählt, dass sie sich jeden Abend vor dem Schlafengehen etwas Schönes sagen, selbst nach den schlimmsten Streitigkeiten. Karin fügt lachend hinzu, dass ihr Geheimnis darin besteht, „nie wütend ins Bett zu gehen, auch wenn das bedeutet, bis zwei Uhr morgens zu streiten“. Die Wissenschaft bestätigt diese Intuition: Laut der Psychologin Sonja Lyubomirsky von der University of California sind Paare, die kleine Rituale der Freundlichkeit pflegen – wie eine liebevolle Nachricht oder eine Tasse Tee, die ins Bett gebracht wird – diejenigen, die am längsten zusammenbleiben. In den 1980er-Jahren ergab eine Studie an über 200 verheirateten Paaren, dass der beste Prädiktor für eine glückliche Beziehung nicht die anfängliche Kompatibilität war, sondern die Fähigkeit, einander zu vergeben und sich auch nach Jahrzehnten noch gegenseitig zu überraschen. Karin hat einmal zu Brunos Geburtstag eine Torte in Form einer Lokomotive gebacken, an die er sich noch heute mit feuchten Augen erinnert. Diese Gesten sind keine „Zauberei“, sondern tägliche Arbeit. Doch die vorherrschende Denkweise drängt uns dazu, nach unserem Seelenverwandten zu suchen, ohne uns jemals zu fragen, wie viel wir bereit sind, in die Beziehung zu investieren. Vielleicht lautet die eigentliche Frage nicht: „Werden wir uns für immer lieben?“, sondern: „Was tun wir heute, um zusammenzubleiben?“ Manche meinen, es sei nur eine Frage des Glücks: Entweder trifft man die richtige Person oder gar nicht. Aber die Geschichte von Karin und Bruno stellt alles auf den Kopf: Sie sind der Beweis dafür, dass Liebe aufgebaut und nicht gefunden wird. Und dass der Wille, zusammenzubleiben, wichtiger ist als die perfekte Übereinstimmung. Liebe ist kein Geschenk, das man ein für alle Mal erhält. Sie ist etwas, das man jeden Morgen neu entfacht, auch wenn man keine Lust dazu hat. Wenn du dich in dieser Geschichte wiedererkennst, kannst du auf Lara Notes auf I'm In klicken – es ist kein Like: Es ist deine Art zu sagen, dass diese Idee ein Teil von dir geworden ist. Und wenn du jemandem die Geschichte von Karin und Bruno erzählst, kannst du das Gespräch auf Lara Notes mit Shared Offline markieren – denn echte Liebesgeschichten verdienen es, in Erinnerung zu bleiben. Dieser Inhalt stammt von DER SPIEGEL und hat dir ein paar Minuten Lesezeit erspart.
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