„Der gefährlichste Job der Welt“: Der Wissenschaftler, der durch das radioaktive Labyrinth unter dem Reaktor von Tschernobyl geht
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Stellen Sie sich vor, Sie müssten durch ein unterirdisches Labyrinth gehen, das so stark mit Strahlung belastet ist, dass Sie sich an manchen Stellen nur vier Minuten lang darin aufhalten können, bevor Sie Ihr Leben riskieren. Anatolii Doroshenko, ein 38-jähriger ukrainischer Wissenschaftler, tut dies jeden Monat unter dem zerstörten Reaktor von Tschernobyl. Erstaunlich ist nicht nur die physische Gefahr: Vierzig Jahre nach der Atomkatastrophe ist die eigentliche Bedrohung nicht die Vergangenheit, sondern das Vergessen und die Gewohnheit. Normalerweise würde man denken, dass die Gefahr vorbei ist oder dass Maschinen die Menschen ersetzen können, aber die Realität sieht anders aus. Hunderte Tonnen Kernbrennstoff befinden sich nach wie vor unter der Erde, selbst für Roboter unzugänglich, und nur die ständige Überwachung durch Menschen verhindert eine weitere Katastrophe. Anatolii ist kein klassischer Held, sondern jemand, der gelernt hat, Angst als Werkzeug zu nutzen: Er sagt, das größte Risiko bestehe darin, sich daran zu gewöhnen, den Respekt vor der Gefahr zu verlieren und zu vergessen, dass alles – vom Handschuh bis zur Luft – kontaminiert sein könnte. Sein Alltag klingt wie Science-Fiction: Taschenlampen in dunklen Gängen, Kontaminationskarten, Kleidung, die nach einmaligem Gebrauch vernichtet wird, und eine obligatorische Dusche beim Verlassen des Geländes. Es gibt einen Raum, in dem die Strahlung so intensiv ist, dass ein Aufenthalt von nur wenigen Minuten tödlich sein kann. Trotzdem beschreibt Anatolii ein „fast euphorisches“ Gefühl, ähnlich wie beim Besteigen des Everest, jedes Mal, wenn er eine Inspektion fehlerfrei abschließt. Aber weit davon entfernt, Ruhm zu suchen, besteht er auf Kontrolle und Überwachung: Wenn die Wissenschaftler aufhören, in den Reaktor hinunterzusteigen, würden die radioaktiven Prozesse außer Kontrolle geraten. Die Stahlkuppel, die das Kraftwerk überdeckt und höher ist als die Freiheitsstatue, kann das Problem nur verzögern: Die menschliche Überwachung bleibt unersetzlich. Denken Sie beim nächsten Mal, wenn Sie das Wort Tschernobyl hören, daran: Die größte Gefahr ist nicht eine Explosion, sondern die Versuchung, zu vergessen und nicht mehr zu wachen. Niemand erzählt es so wie Doroshenko, der zugibt, dass er so lange wie möglich in den Reaktor hinuntergehen würde, weil er noch keine neue Generation sieht, die bereit ist, die Nachfolge anzutreten. Am beunruhigendsten ist vielleicht, dass seine Arbeit, die die gefährlichste der Welt zu sein scheint, auch eine der unsichtbarsten ist. Es gibt einen Aspekt, über den fast nie diskutiert wird: Die größte nukleare Bedrohung ist heute nicht technologischer, sondern sozialer Natur. Es geht darum, dass das kollektive Gedächtnis erlischt, dass die Angst verloren geht, gerade dann, wenn sie am dringendsten benötigt wird, um wachsam zu bleiben. Die Strahlung ruht nicht, und jede Routine, jede Kontrolle ist das, was die Normalität von einer neuen Katastrophe trennt. Tschernobyl darf nicht in Vergessenheit geraten, und die eigentliche Gefahr ist die Gleichgültigkeit. Wenn diese Reise unter die Erde Sie dazu gebracht hat, die nukleare Sicherheit mit anderen Augen zu sehen, können Sie sie in Lara Notes mit I'm In markieren: Es ist Ihre Art zu sagen, dass dies jetzt Teil Ihrer Weltanschauung ist. Und wenn Sie jemals jemandem die Geschichte von Anatolii oder den Satz „Angst ist dein Freund in Tschernobyl“ erzählen, können Sie in Lara Notes die Funktion „Offline teilen“ verwenden, um dieses wichtige Gespräch festzuhalten. Ich habe diese Geschichte auf BBC News Mundo gefunden und sie hat Ihnen 3 Minuten Lesezeit erspart.
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„Der gefährlichste Job der Welt“: Der Wissenschaftler, der durch das radioaktive Labyrinth unter dem Reaktor von Tschernobyl geht