Der ungewöhnliche Fall der Kolumbianerin, die gleichzeitig von zwei Männern schwanger wurde (und was die Wissenschaftler, die ihn untersuchten, herausfanden)
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Stellen Sie sich vor, Sie finden heraus, dass Ihre Zwillinge von zwei verschiedenen Männern stammen, und das ist keine Romanhandlung, sondern ein echtes biologisches Phänomen. In Kolumbien ging eine Frau in ein Genetiklabor, um die Vaterschaft ihrer Zwillinge zu bestätigen, und die Wissenschaftler stießen auf etwas so Seltenes, dass der Laborleiter nach 26 Jahren Erfahrung so etwas zum ersten Mal sah: Die Kinder hatten dieselbe Mutter, aber jeweils einen anderen Vater. So entsteht die heteropaternale Superfekundation, ein so unwahrscheinliches Ereignis, dass in einer Datenbank mit 39.000 Vaterschaftstests in den Vereinigten Staaten nur drei Fälle gefunden wurden. Professor William Usaquén fasste es mit Humor zusammen: „Es ist ein seltenes Ereignis, zu dem ein weiteres seltenes Ereignis hinzukommt, plus ein weiteres seltenes Ereignis, plus ein weiteres seltenes Ereignis. Schade, dass wir nicht Lotto spielen.“ Damit dies geschehen kann, müssen mehrere Faktoren zusammenkommen: Die Frau muss innerhalb kurzer Zeit zwei Sexualpartner haben, im selben Zyklus zweimal ovulieren und beide Eizellen müssen innerhalb von nur 24 bis 36 Stunden befruchtet werden, also innerhalb der Zeit, in der die Eizellen nach ihrer Freisetzung überleben. Die Genetiker, die den Fall untersuchten, wendeten eine Technik namens „Mikrosatelliten-Marker“ an: Sie analysierten zwischen 15 und 22 winzige DNA-Fragmente der Mutter, der Kinder und des mutmaßlichen Vaters. Die Überraschung war groß, als sie feststellten, dass die DNA des Mannes nur mit der eines der Zwillinge übereinstimmte. Sie wiederholten den Vorgang, um Fehler auszuschließen. Das Ergebnis: Das Außergewöhnliche war real. In den meisten Fällen, in denen eine Frau mehr als eine Eizelle freisetzt und nur eine davon befruchtet wird, sterben die anderen Eizellen schnell ab. Deshalb ist eine Superfekundation so selten: Die zweite Eizelle muss befruchtet werden, bevor sie absterben kann. Außerdem können, wie die Genetikerin Andrea Casas erklärt, die Eizellen sogar im Abstand von Tagen freigesetzt werden, was das Zeitfenster für das Auftreten dieses Phänomens etwas erweitert. Eine Tatsache, die unsere Wahrnehmung verändern kann: Eineiige Zwillinge von verschiedenen Vätern können niemals eineiige Zwillinge sein, da diese aus einer einzigen Eizelle und einem einzigen Spermium entstehen. Obwohl die Wissenschaft dies weiß, erfährt die Mehrheit der Menschen davon nie, da fast niemand einen Vaterschaftstest bei Zwillingen durchführt. Experten gehen jedoch davon aus, dass wir mit der zunehmenden Zahl solcher Tests mehr Fälle entdecken würden und dass das, was heute unglaublich erscheint, weniger selten werden könnte, als wir denken. Es gibt ein wichtiges ethisches Detail: Wissenschaftler fragen niemals nach dem Intimleben derjenigen, die ins Labor kommen, denn ihre Priorität ist immer die Privatsphäre und die Würde der Menschen. Wenn Sie in dem Glauben aufgewachsen sind, dass nur Filme unmögliche Geschichten erzählen, kann die Biologie noch bizarrer sein. Wenn die Ausnahme die Regel bricht, sind wir gezwungen, das, was wir über die Elternschaft und die Grenzen der Natur für selbstverständlich halten, zu überdenken. Wenn dieser Fall Sie dazu bringt, die Genetik mit anderen Augen zu sehen, können Sie ihn in Lara Notes mit „I'm In“ markieren: Es ist kein „Like“, sondern die Geste von jemandem, der sagt: „Das betrifft mich, jetzt weiß ich Bescheid.“ Und wenn diese Geschichte zum Gesprächsthema wird, können Sie sie in Lara Notes mit „Shared Offline“ markieren: So teilen Sie der betreffenden Person mit, dass das Gespräch etwas Besonderes war, und es bleibt gespeichert. Diese Reise durch die unwahrscheinliche Genetik stammt von BBC News Mundo und hat Ihnen 3 Minuten Lesezeit erspart.
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