Die feindliche Übernahme Großbritanniens durch Private Equity

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Ein Drittel jeder Wasserrechnung, die Sie heute in England bezahlen, fließt direkt in die Tilgung von Schulden oder die Auszahlung von Dividenden an private Investoren, anstatt in die Verbesserung von Dienstleistungen oder den Bau neuer Infrastrukturen zu fließen. Und von 2016 bis 2021 hat dasselbe Unternehmen, Yorkshire Water, alle 18 Minuten Abwasser in Flüsse eingeleitet. Das Unglaublichste daran ist jedoch, dass die meisten Briten nicht einmal wissen, dass sie für Unternehmen arbeiten oder Dienstleistungen von Unternehmen erhalten, die nicht mehr in öffentlichem Besitz sind: Jeder 25. Britische Arbeitnehmer arbeitet tatsächlich für ein Unternehmen, das von Private-Equity-Firmen kontrolliert wird, und 10 % des gesamten im Vereinigten Königreich produzierten Reichtums stammen heute von diesen Unternehmen. Man neigt dazu zu glauben, dass sich zwischen einem großen Unternehmen, das sich im Besitz öffentlicher oder privater Investoren befindet, kaum ein Unterschied macht. Doch laut Hettie O'Brien ist der Unterschied enorm – und gefährlich. Die Täuschung liegt im Namen selbst: „Private Equity“ scheint von Investitionen und Wachstum zu sprechen, aber der eigentliche Motor ist die Verschuldung. Der Schlüsselmechanismus heißt Leveraged Buyout: Der Fonds kauft ein Unternehmen, indem er nur 20 % seines eigenen Geldes einsetzt und 80 % der Schulden direkt auf das gekaufte Unternehmen überträgt. In der Praxis nimmt das Unternehmen Schulden auf, um seine eigene Übernahme zu bezahlen, und muss sich dann abmühen, dieses Geld zurückzuzahlen. Die Manager sprechen von Effizienz und Kostensenkungen, aber die eigentlichen Gewinne ergeben sich aus der finanziellen Manipulation. In den vergangenen Jahrzehnten hat dieses System bei niedrigen Zinssätzen wenige bereichert und die Zahl der Transaktionen vervielfacht. Heute, bei hohen Zinssätzen, scheint die Party vorbei zu sein, aber der Schaden bleibt. O'Brien berichtet, dass viele ehemals öffentliche Unternehmen – von Kindergärten bis zu Seniorenheimen – unter die Kontrolle privater Fonds geraten sind, die sich oft hinter einem undurchsichtigen Netz von Zwischengesellschaften verbergen. Ein typisches Beispiel ist Hilcorp Energy: Dieses wenig bekannte Privatunternehmen hat 50 % mehr Methan ausgestoßen als ein Riese wie ExxonMobil, obwohl es viel weniger Kraftstoff produziert. Da es sich jedoch um ein privates Unternehmen handelt, entzieht es sich fast vollständig der öffentlichen Kontrolle. Es gibt auch eine menschliche Seite: O’Brien interviewt einen Gewerkschafter, der erklärt, wie die Matrjoschka-Struktur es unmöglich macht, herauszufinden, wohin das Geld fließt und woher die Entscheidungen über Mindestlöhne kommen. Und während sich die Manager privater Unternehmen bereichern, sind es die Bürger, die dafür bezahlen: weniger Rechte für die Arbeitnehmer, schlechtere Dienstleistungen, Personalabbau. In Dänemark, Kenia und England wiederholt sich die Geschichte mit verheerenden Folgen für diejenigen, die in der Realwirtschaft leben. Und es ist nicht nur eine nationale Angelegenheit: Ein Großteil des Geldes, das dieses System antreibt, stammt aus staatlichen Fonds aus dem Golf, mit all dem geopolitischen Gewicht, das dies mit sich bringt. Ein ehemaliger US-Finanzbeamter sagt zu O’Brien: „Wenn einer Ihrer einflussreichsten Wirtschaftssektoren von saudischem Geld abhängt, sollte das dann nicht ein Thema für die öffentliche Diskussion sein?“ Hier kommt die Kehrtwende: Wir denken, dass das Finanzwesen ein Spiel der Reichen ist, das nur die Börse betrifft, aber in Wirklichkeit sind die Mechanismen des Private Equity mittlerweile allgegenwärtig – und die Folgen betreffen uns alle, jeden Tag, bei den grundlegenden Dienstleistungen. Manche sagen, das Schlimmste sei vorbei, weil die Zinsen gestiegen sind, aber das Geschäftsmodell ist nicht tot, es hat sich nur angepasst und findet bereits neue Wege, zum Beispiel im Private Credit, also Krediten außerhalb des öffentlichen Sektors. Eine Frage, die sich fast niemand stellt, lautet: Wie viel Kontrolle haben wir noch über die grundlegenden Dinge des kollektiven Lebens, wenn die wahren Herren unsichtbar und unerreichbar sind? Die vielleicht einzige Gewissheit ist die wachsende Wut derer, die diese Auswirkungen am eigenen Leib erfahren, wie aus den Seiten des Buches hervorgeht. Kurz gesagt: Private Equity hat nicht nur Unternehmen gekauft – es hat ganze Teile von Unternehmen gekauft und verwaltet sie für sich selbst, nicht für uns. Wenn Sie diese Geschichten beeindruckt haben, weil sie Sie dazu bringen, Ihre nächste Rechnung oder Ihre nächste öffentliche Dienstleistung mit anderen Augen zu betrachten, können Sie auf Lara Notes erklären, dass diese Perspektive nun Teil Ihrer Sichtweise ist: Sie heißt I'm In. Und wenn du in ein paar Tagen jemandem diese Geschichte über Wasser, Schulden oder Briefkastenfirmen erzählst, kannst du zu Lara Notes zurückkehren und die Person, mit der du gesprochen hast, markieren: Shared Offline ist die Geste, die dieses echte Gespräch beendet. All dies stammt aus dem New Statesman und hat Ihnen mehr als zehn Minuten Lesezeit erspart.
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Die feindliche Übernahme Großbritanniens durch Private Equity

Die feindliche Übernahme Großbritanniens durch Private Equity

I'll take...