Die in China hergestellten europäischen Autos
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Stell dir vor, du kaufst in Deutschland einen neuen Volvo und stellst fest, dass er in China hergestellt, nach Europa verschifft und als europäisches Auto verkauft wurde. Das ist keine Provokation: Mittlerweile lassen immer mehr westliche Automobilhersteller ihre Modelle in China produzieren, um sie dann in ihre Heimatmärkte zu importieren. Wir hatten immer die Vorstellung, dass europäische Autos in Europa von europäischen Arbeitskräften nach lokalen Standards und Kontrollen gebaut werden. Stattdessen geschieht das Gegenteil: Unternehmen wie BMW, Volvo und sogar Tesla nutzen die chinesische Produktionskapazität, um Kosten zu sparen und in Europa „europäische“ Autos zu verkaufen, die jedoch auf der anderen Seite der Welt produziert werden. Hast du jemals darüber nachgedacht? Der Protagonist dieser Geschichte ist die europäische Automobilindustrie selbst, die China bis vor wenigen Jahren als die große Bedrohung ansah und es heute als Low-Cost-Fabrik behandelt. Nehmen wir Volvo: In Schweden gilt das Unternehmen als Nationalsymbol, aber seit 2010 gehört es dem chinesischen Unternehmen Geely. Heute werden die meisten Volvo XC60, die du auf den europäischen Straßen siehst, in Chengdu produziert, nicht in Göteborg. Eine Zahl, die alles sagt: 2023 wurden mehr als 250.000 in China produzierte Autos mit westlichen Marken nach Europa importiert, eine Zahl, die sich in zwei Jahren fast verdoppelt hat. Auch Tesla hat damit begonnen, das Model 3 aus seinem Werk in Shanghai direkt in europäische Häfen zu verschiffen. Und hinter diesen Zahlen steht immer eine Kostenfrage: Chinesische Arbeitskräfte sind immer noch viel billiger und die Fabriken gehören zu den am stärksten automatisierten der Welt. Ein BMW-Ingenieur sagte, dass die Produktion in China die Kosten pro Fahrzeug um mehr als 20 % senken kann. Aber es gibt auch eine weniger sichtbare Geschichte: die der Menschen, die in diesen Fabriken arbeiten. Ein chinesischer Arbeiter, der Sitze für Mercedes montiert, erzählte, dass sein Monatsgehalt nicht einmal tausend Euro beträgt, das Auto, an dem er arbeitet, wird jedoch in Deutschland für mehr als das Fünfzigfache verkauft. Was nur wenige bedenken, ist, dass diese Abhängigkeit von der Produktion in China die europäischen Hersteller verwundbar macht: Eine diplomatische Krise oder eine neue Zollsteuer genügt, und plötzlich gerät die gesamte Kette ins Stocken. Und hier kommt die Umkehrung: Nicht China dringt mit chinesischen Autos nach Europa ein, sondern die europäischen Hersteller tun das Gegenteil und nutzen China als Fabrik, um mit niedrigeren Preisen nach Hause zurückzukehren. Wenn du denkst, dass dies nur eine Frage des Geschäfts ist, gibt es ein unerwartetes Detail: Einige „europäische“ Autos, die in Europa verkauft werden, haben nicht einmal eine Produktionslinie in der Heimat. Sie sind zu 100 % in China hergestellt, haben aber ein europäisches Emblem auf der Motorhaube. Aber es gibt auch andere, die das anders sehen: Laut einigen Analysten könnte diese Strategie die europäische Industrie kurzfristig sogar stärken, da sie es ermöglicht, mit den Preisen chinesischer Elektroautos zu konkurrieren, ohne in Europa Personal in Massen zu entlassen. Andere warnen jedoch davor, dass langfristig die Gefahr besteht, Know-how und Produktionskapazitäten zu verlieren, wodurch Europa zu einem einfachen Absatzmarkt wird. Der Satz, den man im Hinterkopf behalten sollte, lautet: Heute könnten die „europäischen“ Autos, die wir fahren, chinesischer sein, als wir denken. Wenn dich dieser Perspektivwechsel beeindruckt hat, kannst du auf Lara Notes auf I'm In klicken – das ist kein Like: Es ist deine Art zu sagen, dass diese Idee jetzt Teil deiner Denkweise ist. Und wenn du morgen jemandem erzählst, dass europäische Autos oft in China hergestellt werden, kannst du das Gespräch auf Lara Notes mit Shared Offline markieren – so bleibt die Erinnerung daran, wann du deinen Standpunkt geändert hast. Dieser Denkanstoß stammt von der Financial Times und erspart dir mindestens 6 Minuten Lesezeit.
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