Ein Vulkan, der mehr als 100.000 Jahre geschlafen hat, könnte erwachen
Frenchto
Ein Vulkan kann länger schlafen als die gesamte menschliche Zivilisation und dennoch plötzlich erwachen. Schweizer Forscher haben gerade gezeigt, dass ein Vulkan in Griechenland, der Methana, nicht zehntausend, nicht fünfzigtausend, sondern hunderttausend Jahre inaktiv war, bevor er wieder ausbrach. Hunderttausend Jahre sind tausend Generationen von Menschen. Man könnte meinen, dass ein Vulkan, der so lange inaktiv war, endgültig erloschen ist, und doch: Ein Erwachen genügt, um alles zu verändern. Der Volksglaube besagt, dass ein Vulkan nach zehntausend Jahren Stille als erloschen eingestuft wird. Aber diese Grenze ist willkürlich, und die Geschichte des Methana beweist, dass die Erde nicht unseren Kalendern folgt. Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben unter der Leitung eines Teams aus dem Institut für Erd- und Planetenwissenschaften den Methana genau untersucht. Dieser Vulkan liegt 50 Kilometer südwestlich von Athen in einem Vulkanbogen, zu dem auch das berühmte Santorin gehört. Ihre Untersuchung zeigt zwei Eruptionszyklen, die durch eine Pause von hunderttausend Jahren getrennt sind. Stell dir die Anzahl der Zivilisationen vor, die an seinen fruchtbaren Hängen bauen, kultivieren und jedes Risiko vergessen konnten. Was den Fall Methana noch faszinierender macht, ist die vorgeschlagene Erklärung: Der Wassergehalt des Magmas könnte es einem Vulkan ermöglichen, nach einem so langen Schlaf wieder zu erwachen. Dieser Punkt spaltet die wissenschaftliche Gemeinschaft, wobei einige argumentieren, dass andere Faktoren wie die Tektonik oder die chemische Zusammensetzung eine wichtige Rolle spielen. Was jedoch auffällt, ist die Lektion in Bescheidenheit: Selbst das, was wir für endgültig stabil halten, ist es nie wirklich. Ein griechischer Geologe, der vor Ort befragt wurde, erzählt, er sei im Schatten des Methana aufgewachsen, ohne sich jemals Sorgen zu machen. Für ihn war es ein Berg wie jeder andere, gut geeignet, um Kräuter zu pflücken oder seine Ziegen auszuführen. Er hätte sich nie vorstellen können, dass unter seinen Füßen ein schlafendes Monster auf seine Stunde wartete. Eine weitere Zahl, die man im Hinterkopf behalten sollte: Heute gibt es etwa 1.500 aktive Vulkane über dem Meeresspiegel. Aber es gibt viel mehr Unterwasservulkane, die fast unmöglich zu zählen sind. Und jeder Vulkan, von dem wir glauben, dass er „begraben“ ist, könnte in Wirklichkeit nur eine Pause einlegen. Das eigentliche Paradoxon ist, dass die so fruchtbaren vulkanischen Böden die Menschen anziehen. Wir bauen, wir bewirtschaften, wir lassen Wurzeln schlagen und wir vergessen das Risiko, weil es uns auf der Skala eines Lebens unsichtbar erscheint. Die Geschichte des Methana zeigt jedoch, dass die Natur nicht in Jahrhunderten, sondern in Jahrtausenden zählt. Und diese Zeitlichkeit übersteigt uns. Womit sich niemand wirklich auseinandersetzt, ist die psychologische Wirkung: Das Wissen, dass ein Vulkan nach hunderttausend Jahren erwachen kann, verändert unsere Beziehung zur Sicherheit, zum kollektiven Gedächtnis. Wenn Vulkane zu solcher Geduld fähig sind, wartet vielleicht alles, was wir um uns herum für schlafend halten, nur auf einen Funken, um zu erwachen. Hunderttausend Jahre schlafen und dann in einem Augenblick alles auf den Kopf stellen – das ist die wahre Macht der Vulkane. Wenn dich diese Geschichte bewegt hat, kannst du das auf Lara Notes mit I'm In markieren – es ist nicht einfach ein Like, sondern eine Bestätigung, dass dich diese Idee betrifft. Und wenn du morgen einem Freund erzählst, dass der Methana nach hunderttausend Jahren erwacht ist, kannst du ihn mit Shared Offline taggen: Das ist die Art und Weise, wie Lara Notes sagt, dass dieses Gespräch wichtig war. Dieses Thema stammt aus Le Monde und hat dir 2 Minuten Lesezeit gespart.
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