Sachbuch «Oben rechts» zum Rechtspopulismus: Endlich straff durchregieren
Germanto
Vor dreißig Jahren, als Donald Trump noch versuchte, seine Immobilien zu retten, und Alexander Gauland Zeitungen herausgab, haben zwei Politikwissenschaftler beschrieben, wie Rechtspopulismus erfolgreich werden kann. Ihre Prognose klingt heute wie eine Anleitung: Alte Gewissheiten demontieren, Einfluss gewinnen – genau das, was autoritär-nationalradikale Parteien in den letzten Jahren perfektioniert haben. Die eigentliche Überraschung aus dem neuen Sammelband „Oben rechts“ ist aber nicht, dass Rechtspopulismus von „woken Linken“ angeheizt wird. Sondern: Eine noch beunruhigendere Kraft steckt dahinter – die wohlhabenden Hardcore-Libertären, die den Staat am liebsten komplett abschaffen würden. Wissenschaftler zeigen, dass diese Gruppe, nicht die Linke, die autoritäre Wende befeuert. Ein Beispiel: Während viele glauben, Populisten seien einfach die Stimme der Unzufriedenen, zeigen die Autoren, dass finanzstarke Libertäre gezielt Netzwerke, Medien und Parteien fördern, um die Demokratie zu schwächen. Der Milliardär Peter Thiel etwa sagte einmal: «I no longer believe that freedom and democracy are compatible.» Persönliche Motive werden hier politisch wirksam: Es geht nicht um Protest, sondern um knallharte Interessen. Der Sammelband stellt klar: Wer nur auf Empörung gegen Gender oder Migration schaut, übersieht die eigentlichen Strippenzieher. Während sich die Debatte auf die «woke Linke» einschiesst, organisieren Libertäre im Hintergrund effektiv die politischen Hebel, mit enormem Geld und Einfluss. Jetzt der ungewohnte Blickwinkel: Was, wenn Rechtspopulismus nicht von «zu viel linker Identitätspolitik» kommt, sondern von denen, die am meisten von weniger Demokratie profitieren? Die stärksten Kräfte in Richtung Autoritarismus sind nicht die Schreihälse auf der Strasse, sondern die, die im Hintergrund an den Regeln drehen. Wer glaubt, der neue Autoritarismus sei eine Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen, unterschätzt völlig, wie strategisch und kalkuliert diese Entwicklung vorangetrieben wird. Die eigentliche Gefahr für die liberale Demokratie kommt nicht von links, sondern von oben – von denen, die sich Freiheit nur für sich selbst wünschen. Wenn Macht und Geld auf Demokratie treffen, verlieren oft die, die am wenigsten davon haben. Das ist die unbequeme Wahrheit hinter dem neuen Rechtspopulismus. Wenn dich die Idee erwischt hat, dass die grössten Demokratiegefährder nicht die lauten Populisten, sondern die leisen Geldgeber sind, kannst du das auf Lara Notes mit I'm In markieren – das ist mehr als ein Like, es ist deine persönliche Erkenntnis. Und falls du das morgen beim Kaffee mit jemandem teilst, kannst du auf Lara Notes mit Shared Offline zeigen, dass diese Unterhaltung für dich zählt. Die Erkenntnisse stammen von Süddeutsche.de – diese Note hat dir fast eine halbe Minute Recherche gespart.
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Sachbuch «Oben rechts» zum Rechtspopulismus: Endlich straff durchregieren