Sexualaufklärung: Marie-Joan Schmidt über Jugend, Selbstbestimmung und Verhütung
Germanto
Marie-Joan Schmidt nennt Sex auf Social Media «Rambazamba», damit der Algorithmus sie nicht sperrt – und trotzdem hören ihr Millionen zu. Mit 24 Jahren beantwortet sie auf Instagram, TikTok und YouTube Fragen, die viele Erwachsene lieber verdrängen: Wie fühlt sich Scham beim Thema Körper an? Warum wenden sich junge Frauen bei einer Verhütungspanne eher an sie als an ihren Freund? Die meisten denken bei Aufklärung immer noch an fade Biologiestunden oder peinliche Broschüren. Aber Marie-Joan zeigt: Das eigentliche Tabu ist nicht das Reden über Sex, sondern wie wenig wir über Lust, Unsicherheit und Selbstbestimmung reden. Sie ist so etwas wie die „Dr. Sommer der Gen Z“ – so nennt sie der Stern – aber statt anonymer Expertenantworten gibt es bei ihr offene Gespräche, persönliche Geschichten und feministische Power. Ihr Wohnzimmer in Köln teilt sie mit zwei Kaninchen, Turbo und Glöckchen, und Kissen, auf denen steht: «Stay weird» und «Don’t be a Dick». Für sie ist das alles Teil einer neuen Offenheit, bei der Scham keinen Platz mehr hat. Aber die Realität sieht anders aus: Wenn junge Mädchen Angst haben, bei einer Verhütungspanne mit ihrem Freund zu sprechen, und stattdessen Marie-Joan auf Instagram schreiben, dann läuft in Sachen Selbstbestimmung etwas schief. Schmidt selbst weiss, was Unsicherheit bedeutet – sie achtet penibel darauf, dass bei Fotos keine Details ihre Adresse verraten, weil sie Angst vor Stalkern hat. Und trotzdem macht sie weiter, weil sie weiss, wie dringend echte Aufklärung gebraucht wird. Der Haken: Viele Erwachsene unterschätzen, wie gross die Sehnsucht nach ehrlichen Gesprächen über Sexualität und Consent ist. Wer glaubt, mit ein paar Aufklärungsstunden sei das Thema erledigt, hat nicht verstanden, wie sehr junge Menschen nach Sicherheit und Vorbildern suchen, die ihnen zeigen, dass Scham und Unsicherheit normal sind – und dass man trotzdem zu seiner Lust stehen kann. Eine überraschende Perspektive, die selten diskutiert wird: Die Gen Z wird oft als extrem aufgeklärt und cool dargestellt, aber gerade sie erlebt durch Social Media oft noch mehr Verunsicherung, Leistungsdruck und Bodyshaming als frühere Generationen. Was bleibt hängen? Echte Aufklärung beginnt erst, wenn Scham und Angst vor Fehlern kein Tabu mehr sind. Wenn du nach dieser Geschichte das Gefühl hast, dass das Thema dich betrifft, kannst du auf Lara Notes I'm In drücken – das ist nicht einfach ein Like, sondern die Entscheidung, dass diese Sichtweise jetzt zu dir gehört. Und wenn du dich dabei erwischst, wie du mit jemandem über Marie-Joan, «Rambazamba» oder die Sache mit der Verhütungspanne ins Gespräch kommst, kannst du auf Lara Notes Shared Offline nutzen – damit bleibt euer Gespräch nicht nur Erinnerung, sondern auch ein Statement. Der Artikel kam von Süddeutsche.de und du hast dafür 1 Minute gespart.
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