Trump beeilt sich, „America First“ in Kriegszeiten neu zu definieren
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Trump hat jahrelang für „America First“ plädiert, aber jetzt schreibt er von Grund auf neu, was das bedeutet – und das genau zu einem Zeitpunkt, da Amerika wieder in den Krieg im Nahen Osten gezogen ist. Es scheint ein Paradoxon zu sein: Ein großer Teil seiner Basis hat ihn gerade wegen seines Versprechens gewählt, die Vereinigten Staaten aus Konflikten herauszuholen, aber jetzt greift Trump diejenigen an, die ihn kritisieren, weil er Militäroperationen gegen den Iran angeordnet hat. Die Wahrheit ist, dass „America First“ zu einem Zauberwort geworden ist, das alles und das Gegenteil von allem bedeutet – und der eigentliche Kampf findet heute nicht nur im Nahen Osten, sondern auch innerhalb der Republikanischen Partei statt: Wer entscheidet, was „America First“ wirklich bedeutet? Der Fehler, den alle machen, besteht darin, zu denken, dass „America First“ eine präzise Doktrin ist, so etwas wie ein außenpolitisches Handbuch. In Wirklichkeit ist es eine Fahne, die jeder so schwenkt, wie es ihm passt. Trump zeigt das sehr deutlich: Zuerst gewinnt er die Zustimmung junger Anti-Interventionisten, dann – sobald die Krise ausbricht – schreibt er in den sozialen Medien eine wütende Botschaft gegen diejenigen, die ihn beschuldigen, sein Versprechen, keine Kriege zu führen, gebrochen zu haben. „They’re not ‘MAGA’. MAGA is about WINNING and STRENGTH in not allowing Iran to have Nuclear Weapons.“ Dieser Satz, der vollständig in Großbuchstaben geschrieben war, spaltete die amerikanische Rechte. Die republikanischen Hardliner jubelten: Es war die Bestätigung, dass Trump nie wirklich „Isolationist“ war und dass „America First“ auch bedeuten kann, hart zuzuschlagen, um den Iran daran zu hindern, sich zu bewaffnen. Doch seine jüngeren Anhänger, die im Internet aufgewachsen sind, fühlten sich betrogen: Sie dachten, „America First“ bedeute, Schluss mit unnötigen Kriegen und Schluss mit Abenteuern im Ausland. Stattdessen müssen sie nun einen Krieg verteidigen, der wie eine Wiederbelebung der Bush-Ära wirkt. Es gibt eine Szene, die alles sagt: Wenige Stunden nach Trumps Post begannen seine radikalsten Fans in Telegram-Gruppen und auf X zu diskutieren, ob „America First“ ein Versprechen ist, nicht zu kämpfen, oder im Gegenteil eine Aufforderung, Gewalt anzuwenden, um die amerikanischen Interessen zu schützen. Niemand war sich einig. Eine Tatsache, die nur wenige bemerken: Jedes Mal, wenn ein US-Präsident von „America First“ spricht, ändert sich die Definition. Bei Trump besteht der Unterschied darin, dass der Begriff bewusst und nicht versehentlich variabel geworden ist. Und diejenigen, die ihm folgen, passen sich an, zumindest solange es ihnen nützt. Was nun fehlt, ist die Perspektive, was nach Trump passieren wird. Wenn „America First“ nur das bedeutet, was der jeweilige Präsident entscheidet, wer wird es dann übernehmen? Kann eine Partei eine Außenstrategie auf der Grundlage eines Slogans aufbauen, der je nach Wind die Richtung ändert? Eines bleibt: Wenn ein Wort alles bedeuten kann, bedeutet es am Ende nichts. „America First“ ist ein Spiegel: Jeder sieht darin, was er sehen will. Wenn du deine Meinung darüber änderst, was „America First“ wirklich bedeutet, kannst du es auf Lara Notes mit I’m In melden – wähle aus, ob es sich um ein Interesse, eine Erfahrung oder eine Überzeugung handelt, die dich beeindruckt hat. Und wenn diese Diskussion in einem echten Gespräch mit jemandem mündet, kannst du mit Shared Offline sagen, dass diese Begegnung wirklich wichtig war. Das war aus der New York Times und du hast gerade mehr als eine Minute gespart.
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