Warum Geld und Macht das männliche Selbstwertgefühl beeinflussen
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Wenn Geld und Macht das Männerbild prägen.
Unsere Vorstellungen von Männlichkeit sind tief mit Geld und Macht verknüpft. Noch immer herrscht die Erwartung, dass Männer die Versorger sind – eine Rolle, die viele unter Druck setzt. Besonders spürbar wird das, wenn Frauen in der Beziehung mehr verdienen oder Männer arbeitslos werden. Für viele Männer kratzt das am Selbstwertgefühl, sie fühlen sich entmachtet und gesellschaftlich beäugt. Aussagen wie „Es kratzt am Stolz, dass deine Frau das Geld nach Hause bringt“ oder abwertende Spitznamen aus dem Umfeld zeigen, wie stark diese alten Erwartungen noch wirken.
Dabei sind die Machtverhältnisse im Wandel. Immer mehr Frauen verdienen mehr als ihre Partner, doch die Anpassung an diese Realität fällt vielen schwer. Studien zeigen: Wenn Männer von ihren Partnerinnen überholt werden, steigt ihr Risiko für Depressionen und Beziehungskrisen. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass Männer ohne Job häufiger unter Einsamkeit und psychischer Belastung leiden als Frauen in derselben Situation. Ein Grund: Frauen haben oft ein stärkeres soziales Netz, während Männer ihre Identität stärker über den Beruf definieren.
Aber der Wandel bringt auch Positives. Wenn Männer mehr Zeit für ihre Kinder haben, entstehen engere Bindungen und eine gerechtere Verteilung der Familienarbeit. In Ländern, in denen Väter gezielt Elternzeit nehmen, profitiert die ganze Familie – Partnerschaften werden stabiler, Kinder wachsen mit neuen Rollenbildern auf. So wird auch Frauen der Weg zu mehr beruflicher Selbstbestimmung erleichtert.
Trotzdem bleibt die Gesellschaft gespalten. Besonders unter jungen Männern gibt es Unsicherheiten und Widerstände. Viele fühlen sich überfordert von den Anforderungen an Gleichstellung, während Frauen zunehmend besser ausgebildet sind und neue Freiräume gewinnen. Diese Spannung zeigt, wie sehr das Bild vom „richtigen Mann“ im Wandel begriffen ist.
Doch es gibt Hoffnung: Immer mehr Männer entdecken fürsorgliche Seiten an sich, setzen sich mit neuen Formen von Männlichkeit auseinander und übernehmen mehr Verantwortung im Alltag. Unterstützende politische Maßnahmen wie längere Väterzeiten können diesen Wandel fördern. Offene Gespräche über Geschlechterrollen, vor allem mit jungen Menschen, helfen, alte Denkmuster zu hinterfragen.
Letztlich zeigt sich: Wenn wir zulassen, dass Männer neue Wege gehen – jenseits von Macht und Geld als einziger Quelle des Selbstwerts – profitieren alle: Männer, Frauen und Kinder. Ein ausgewogenes Miteinander entsteht, in dem jeder das sein kann, was er wirklich ist.
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Warum Geld und Macht das männliche Selbstwertgefühl beeinflussen