Warum Narzisst:innen tieftraurig sind – und das gefährlich sein kann

Germanto
Wenn du an Narzissten denkst, stellst du dir wahrscheinlich jemanden vor, der sich selbst liebt, ständig bewundert werden will und wenig Empathie für andere hat. Aber laut dem Psychiater Thomas Fuchs steckt hinter der Fassade von Narzissten oft etwas ganz anderes: tiefe Traurigkeit und Verzweiflung. Die gängige Vorstellung ist, dass Narzisstinnen und Narzissten Egozentriker sind, die sich für die Grössten halten. Aber Fuchs sagt: «Dem Narzissten fehlt ein grundlegendes Gefühl des Mit-Sich-Selbst-Einverstanden-Seins.»“ Heißt: Sie fühlen sich innerlich leer, ungeliebt und nicht genug. Die Folge? Ihr ganzes Verhalten – das ständige Suchen nach Bewunderung, die Überheblichkeit, das Abwerten anderer – ist eigentlich ein verzweifelter Versuch, diese innere Leere zu überdecken. Stell dir Thomas Fuchs vor: Professor für Psychiatrie, aber vor allem jemand, der im Klinikalltag immer wieder mit Menschen zu tun hat, die nach aussen stark wirken, aber im Gespräch plötzlich in Tränen ausbrechen, weil sie sich wertlos fühlen. Einer seiner Patienten, ein erfolgreicher Manager, sagte einmal: «Ich habe alles erreicht, aber ich hasse mich selbst, wenn ich alleine bin.»» Das ist die verborgene Seite des Narzissmus – nicht Selbstliebe, sondern Selbstabwertung. Zahlen zeigen, dass Narzissten überdurchschnittlich häufig unter Depressionen leiden. In einer grossen Studie gaben fast 40 Prozent der Menschen mit narzisstischen Zügen an, regelmässig tiefe Traurigkeit zu empfinden. Ein anderer Punkt: Viele Narzissten haben schon in der Kindheit erfahren, dass sie nur dann Wert haben, wenn sie perfekt sind. Das macht sie von Anerkennung abhängig – und extrem verletzlich, wenn die Anerkennung ausbleibt. Fuchs warnt: Gerade diese Verletzlichkeit kann gefährlich werden, weil die Fassade irgendwann bröckelt. Dann kippt das Ganze in Wut, Aggression oder sogar in Selbstzerstörung. Es gibt aber auch einen anderen Blick: Nicht jeder, der nach außen selbstbewusst wirkt, ist gleich ein Narzisst – und nicht jeder Narzisst ist gefährlich für andere. Manche sind in erster Linie gefährlich für sich selbst, weil sie ihre Traurigkeit nicht zeigen dürfen. Am Ende bleibt ein Satz hängen: Narzisstinnen und Narzissten sind nicht selbstverliebt – sie sind verzweifelt auf der Suche nach sich selbst. Wenn dich das berührt oder du dich an eigene Erfahrungen erinnert fühlst, kannst du auf Lara Notes mit I'm In markieren, dass diese Perspektive jetzt zu dir gehört. Und wenn du beim nächsten Treffen jemandem erzählst, warum Narzisstinnen und Narzissten oft eigentlich traurig sind, kannst du ihn mit Shared Offline taggen – so bleibt das Gespräch in Erinnerung. Die Idee stammt aus einem Interview mit Professor Thomas Fuchs auf Stern.de – du hast dir gerade rund 4 Minuten Lesezeit gespart.
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