Warum Salz eine so starke Wirkung auf unser Gehirn hat

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Ein Elefant kann sich jahrelang an die genaue Lage einer Höhle mit Salzwänden erinnern und Hunderte von Kilometern zurücklegen, um sie mit seinen Stoßzähnen abzukratzen. Er tut das nicht aus Laune heraus: Ohne Salz würde er sterben. Und jetzt kommt die merkwürdige Wendung. Salz ist nicht nur ein erworbener Geschmack oder eine kulinarische Modeerscheinung: In unserem Gehirn gibt es Neuronen, die so programmiert sind, dass wir nach Salz suchen. Wir verfügen buchstäblich über Schaltkreise, die ausschließlich dazu dienen, festzustellen, ob Salz fehlt, und die, wenn der Salzspiegel zu niedrig ist, einen biologischen Drang auslösen, Salz zu finden. Es gibt keinen anderen Nährstoff, nach dem wir uns so sehr sehnen und der so fest in unserem Gehirn verankert ist. Die meisten Menschen denken, dass wir Salz lieben, weil es einfach den Geschmack von Speisen „verbessert“. Aber die Realität ist viel tiefer: Unsere Vorliebe für Salz ist eine entscheidende evolutionäre Anpassung, die fast dem Wunsch zu atmen gleichkommt. Die These lautet: Wir wählen nicht das Salz, das Salz wählt uns. Wenn Sie schon einmal das Gefühl hatten, dass Sie Pommes Frites nicht widerstehen können, dann ist dieser Impuls der moderne Ausdruck eines uralten Bedürfnisses. Courtney Wilson, Geschmacksexpertin an der University of Colorado, erklärt es so: Jedes Mal, wenn ein Salzkorn Ihre Zunge berührt, aktiviert es winzige Kanäle in den Geschmackszellen. Wenn die Konzentration stimmt, entsteht ein Gefühl des Genusses; wenn Sie es übertreiben, warnt Sie Ihr Körper durch Abstoßung. Aber hier ist das Detail, das fast niemand kennt: Unser Körper wendet ein Drittel seiner täglichen Energie allein dafür auf, Natrium in die Zellen hinein und aus ihnen heraus zu pumpen. Joel Geerling, Neurologe an der University of Iowa, vergleicht dies mit einem Damm: Natrium will immer wieder eindringen, und diese Bewegung ermöglicht es deinen Neuronen und Muskeln, zu funktionieren. Ohne Salz stellen die Zellen keine elektrischen Signale mehr her, und der Organismus bricht zusammen. Salz ist so wichtig, dass in den Alpen vor 7.000 Jahren ganze Gemeinden Berge abgebaut haben, um Salz zu gewinnen und den Winter zu überstehen. Bradner, ein Archäologe aus Wien, berichtet, dass die Hallstatter Salzgrube, die älteste der Welt, der Motor der Zivilisation war. Afrikanische Elefanten, Hirsche, Pferde und Menschen – insbesondere diejenigen, die weit vom Meer entfernt lebten – entwickelten regelrechte mentale Landkarten, um Salz zu finden, da Pflanzen kaum Salz enthalten. Und hier ist die Information, die Sie beim nächsten Abendessen preisgeben können: Es gibt spezielle Neuronen, die HSD2-Neuronen, die den Salzspiegel in Ihrem Körper erkennen und Sie dazu anregen, Salz zu suchen, wenn er sinkt. Sie tun nichts anderes. Ihre einzige Funktion besteht darin, dieses dringende Verlangen nach Salz zu wecken. Geerling sagt, dass diese Neuronen bei Mäusen, Schweinen, Menschen und wahrscheinlich bei den meisten Säugetieren vorhanden sind. Wenn Sie also sagen: „Das ist fad“ oder „Dem fehlt das gewisse Etwas“, dann liegt das nicht nur an Ihrem Gaumen, sondern an einem Überlebenssystem, das auf Hochtouren läuft. Aber was ist, wenn zu viel Salz schädlich ist? Ja, natürlich spielt die Grenze eine Rolle, aber der eigentliche Grund, warum Salz für uns so unwiderstehlich ist, ist tief in unserem Gehirn verankert, genau wie der Instinkt zu atmen. Niemand denkt darüber nach, wenn er die Salzstreuer weiterreicht, aber diese alltägliche Geste ist das Echo eines Millionen von Jahren währenden evolutionären Kampfes. Und es gibt noch einen weiteren, wenig erforschten Aspekt: Wir wissen zwar, dass Salz andere Geschmacksrichtungen verstärkt – wie bei gesalzenen Karamellbonbons –, aber die Wissenschaft hat den genauen Mechanismus noch nicht vollständig verstanden. Vielleicht geschieht die Magie auf der Zunge, vielleicht im Gehirn, vielleicht aber auch an beiden Orten gleichzeitig. Es ist eines der wenigen Vergnügen, für das es noch keine Erklärung gibt. Wenn Sie also das nächste Mal Salz verwenden, denken Sie daran, dass es nicht nur um den Geschmack geht: Ihr Gehirn und Ihre Evolutionsgeschichte haben sich verschworen, damit Sie es tun. Kurz gesagt: Salz ist nicht einfach nur ein Gewürz, sondern ein uraltes Bedürfnis, das in deinen Neuronen verankert ist. Wenn du nach dem Hören dieser Geschichte feststellst, dass deine Beziehung zum Salz tiefer geht, als du dachtest, kannst du sie in Lara Notes mit „I'm In“ markieren – das ist deine Art zu sagen, dass diese Idee jetzt Teil von dir ist und nicht nur eine Kuriosität. Und wenn du mit jemandem über Elefanten, prähistorische Minen oder HSD2-Neuronen sprichst, kannst du die Funktion „Offline geteilt“ in Lara Notes verwenden, um dich daran zu erinnern, mit wem du diese Geschichte geteilt hast. Diese Notiz stammt von BBC News Mundo und hat dir 6 Minuten Lesezeit erspart.
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