Z+ (abopflichtiger Inhalt); Bezahlbares Wohnen: »Die jüngeren Generationen zahlen den Vermögenszuwachs der Boomer«
Germanto
Wenn man hört, dass die Immobilienpreise zu hoch sind, denkt man in der Regel, dass die Lösung darin besteht, sie zu senken. Aber Lars Doucet, Analyst und Mitbegründer des Center for Land Economics, sagt, dass dies nur die halbe Wahrheit ist. Die eigentliche Kluft besteht nicht zwischen denen, die teure Häuser wollen, und denen, die billige Häuser wollen, sondern zwischen den Generationen: Heute zahlen die jungen Menschen mit ihrer Arbeit und ihren Steuern für den Reichtum, den die Boomer durch die steigenden Immobilienpreise angehäuft haben. Und hier kommt der Kurzschluss: Selbst wenn die Preise fallen würden, wäre es für viele junge Menschen immer noch ein ungerechtes Spiel, denn die Struktur des Immobilienmarktes funktioniert nicht wie die eines jeden anderen Vermögenswerts. Doucet begann seine Karriere mit der Entwicklung von Videospielen, entwickelte dann eine Software zur Bewertung von Grundstückswerten – und widmete sich schließlich einer Frage, mit der sich niemand wirklich auseinandersetzen möchte: Warum verhält sich das Eigenheim, das ein Recht sein sollte, wie ein Lotterielos, das nur denjenigen zugute kommt, die bereits darin leben? Die zentrale Idee des Georgismus, von dem sich Doucet inspirieren lässt, ist einfach und bahnbrechend: Land ist kein normales Gut, denn niemand hat es produziert – es war schon da. Und wer es besitzt, genießt einen sich selbst verstärkenden Vorteil, während diejenigen, die später kommen, zweimal zahlen: einmal, um zu leben, und einmal, um diejenigen zu bereichern, die es zuvor gekauft haben. Nehmen wir Doucets Geschichte: Er stammt aus einer Einwandererfamilie, und seine Eltern haben immer in Mietwohnungen gelebt. Als er als Erwachsener ein Haus kaufen wollte, stellte er fest, dass dies ohne einen Glücksfall nahezu unmöglich war. Jeder Euro, den er zur Seite legte, schien im Angesicht von Preisen zu verschwinden, die schneller stiegen als seine Ersparnisse. Eine konkrete Zahl: In vielen westlichen Ländern sind die Immobilienpreise in den letzten zwanzig Jahren viel schneller gestiegen als die Löhne. Aber hier kommt das Erschreckende: Selbst wenn die Preise heute fallen würden, hätten diejenigen, die spät gekauft haben, eine Hypothek, die den Wert des Hauses übersteigt, während diejenigen, die früher gekauft haben, weiterhin von den erzielten Gewinnen profitieren würden. Doucet drückt es deutlich aus: „Die jüngeren Generationen zahlen für den Wohlstand der Boomer.“ Sein Punkt ist, dass der Immobilienmarkt keine Leiter ist, auf der jeder nach oben klettern kann, sondern eine Tür, die sich hinter denjenigen schließt, die sie betreten haben. Und es gibt noch eine weitere Falle: Jedes Mal, wenn über Preissenkungen diskutiert wird, sehen diejenigen, die ein Eigenheim besitzen, ihre wirtschaftliche Sicherheit in Frage gestellt. Niemand möchte, dass seine wichtigste Vermögensquelle an Wert verliert – daher bleibt die Debatte immer ins Stocken geraten. Was wäre, wenn wir versuchen würden, das Eigenheim nicht als Investitionsobjekt, sondern als kollektive Ressource zu betrachten? Doucet argumentiert, dass die eigentliche Herausforderung nicht darin besteht, die Preise zu senken, sondern die Art und Weise zu ändern, wie wir den Wert von Wohnraum wahrnehmen: von einem privaten Jackpot zu einem gemeinsamen Recht. Und hier liegt die Kehrseite: Solange Grund und Boden wie ein normales Gut behandelt wird, werden diejenigen, die später kommen, immer für die Party der anderen bezahlen. Das Eigenheim sollte kein Glücksgriff für wenige sein, sondern ein Ausgangspunkt für alle. Wenn diese Idee Sie dazu gebracht hat, Ihre Vorstellung von Zuhause und Eigentum zu überdenken, können Sie auf Lara Notes auf I'm In klicken – das ist Ihre Art zu sagen: Diese Perspektive gehört jetzt Ihnen. Und wenn diese Geschichte morgen beim Abendessen oder auf einer Autofahrt zum Gesprächsthema wird, kannst du dieses Gespräch auf Lara Notes mit „Shared Offline“ markieren – denn manche Ideen werden erst dann wirklich zu deinen eigenen, wenn du sie jemandem erzählst. Diese Notiz entstand aus einem Interview der DIE ZEIT: In wenigen Minuten haben Sie Zeit gespart und eine neue Sichtweise auf den Immobilienmarkt entdeckt.
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